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Saatgutgewinnung

 

I. Trockenaufbereitung

Gewinnung der Samen aus den trockenen Blüten- und Fruchtständen

Saatguternte:

Allgemein gilt:

  • Bei warmer, trockener Witterung ernten
  • Nur erntereife (überreife) Pflanzen ohne erkennbare Schädigung (keine Fraßstellen, kein Pilzbefall, ...) auswählen
  • Nur typisch entwickelte, saubere, vollständige Blütenstände, Fruchtstände, Hülsen, Schoten ernten,
  • Frucht getrocknet, eventuell aufplatzend
  • Kontrolle des Reifezustands: Korn muss hart, glänzend, mit typische Farbe sein,
    löst sich leicht von der Pflanze

Die Handernte erfolgt in drei Schritten:

Samentrennung

Um Samen und Spreu zu trennen, kann man trockene Samen …

ausdreschen, ausbeuteln, zerreiben, zerkleinern, rollen, auspusten, sieben,(gegebenenfalls mit zwei Sieben als Größensiebung) oder Windauslese betreiben. Das ist das Abscheiden von leichten Samen durch Hochwerfen.

Geeignet für die Trockenauslese sind: u.a. Salat, Ringelblume., Erbse (Kapuzinererbse), Weinraute,

Sichtung

Im zweiten Schritt werden die Samen gesichtet. Das heißt, es erfolgt eine Auslese schlechter Samen, ggf. von Hand.

Dazu werden die Samenträger werden auf Pappunterlagen ausgebreitet.

Bei den Erbsen kann der Erbsenkäfer zum Problem werden. Gegenmaßnahme: Trockene Erbsen 1 Woche in die Tiefkühltruhe legen, dann langsam auftauen. Dies sollte die Käfer zerstören.

ZUM SCHLUSS erfolgt die Beschriftung mit Art, Sorte, Ort, Datum!
Einlagezettel zum Erntegut geben und gegebenenfalls Verzeichnis führen

Verfahrensweisen:

 

Ausdreschen:

  • z.B. Handtuch unterlegen (Samen bleiben intakt)
  • Kopfkissenbezug, Jutebeutel, Stoffsäcke zum Dreschen des Pflanzenmaterials benutzen
  • „Dreschflegel“: lange Holzstange/dicker Buchenstab
  • kräftig auf den Stoffbeutel klopfen
  • geeignet z.B. für wilde Rauke, Akelei, Winterheckenzwiebel

Ausbeuteln:

  • = Ausschütteln der Samen aus dem Samenstand z.B. bei der Akelei

Sieben:

  • Siebgröße benutzen, durch das das Saatgut fällt, die Spreu aber oben liegen bleibt; Saatgut sollte auf dem darunter liegendem Sieb liegen bleiben.
  • Beispiel Akelei: grobe Samen und Spreu bleiben auf dem Sieb; der Staub fällt durch;
    dies lässt sich durch ein nächstkleineres Sieb noch etwas auftrennen; Samen und kleinere Verunreinigungen bleiben aber noch liegen
  • Möglichkeit: Schwingtechnik – großes Tuch (Tischtuch o.ä.) auf dem Boden ausbreiten; mit dem Sieb schnell nach unten gehen und über dem Boden seitlich wegziehen; Ergebnis: Leichtere Spreu trennt sich vom Pflanzenmaterial und fällt auf die Unterlage.

Abtupfen:

  • Voraussetzung: Samen müssen glatt sein.
  • Raues Spreu- und sonstiges Pflanzenmaterial bleibt an der weichen Tuchoberfläche haften. Samen bleiben liegen.

Windreinigung:

  • Zwei nicht zu große Schüsseln benutzen;
  • Umschütten von Schüssel zu Schüssel in leichtem Wind; Pusten ist ebenfalls möglich, muss aber dosiert werden;
  • gute Methode bei rauen Samen, z.B. bei der Ringelblume.

Literatur: Heistinger A., Arche Noah, Pro Specie Rara (Hrsg.) 2004: Handbuch der Samengärtnerei. Löwenzahn, Innsbruck Bozen.

Becker-Dillingen J. 1943: Handbuch des Gesamten Gemüsebaus. Vierte neubearbeitete Auflage, Paul Parey Berlin.

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